Echte Emotionen & erfolgreiche eMails

Hoffentlich sind Sie gerade in guter Stimmung – die Wahrscheinlichkeit ist hoch, denn entweder haben Sie Urlaub oder Sie können sich sehr fleißig fühlen, weil Sie als einer der Wenigen am Schreibtisch sitzen in dieser Zeit des Jahreswechsels. Aber wie sind Ihre Emotionen, wenn Sie dies lesen?

Wer bei dieser Frage stutzig geworden ist: Für nicht-Psychologen ist die Unterscheidung zwischen Stimmung und Emotion gar nicht so leicht. Sie kann aber nützlich sein, um zu verstehen, was mein Newsletter-Text bei meinen Lesern auslöst.

Die Definition ist an sich einfach: Emotionen sind

  • intensiver,
  • an ein Ereignis geknüpft und
  • auf etwas Bestimmtes gerichtet.

Eine Stimmung dagegen ist

  • weniger intensiv und gleichmäßiger,
  • länger dauernd und
  • nicht auf etwas Bestimmtes gerichtet.

Sie sind also wahrscheinlich gut gelaunt (Laune ist in der Alltagssprache mit Stimmung gleichgesetzt). Während Sie diesen Text lesen, sind Sie es hoffentlich weiterhin – wenn Sie darin aber etwas lesen, was Sie ärgert, dann haben Sie eine negative Emotion. Das schlägt zumindest kurzfristig auch auf die Stimmung.

Anders als man denken würde, muss das aber für ein eMail nicht schlecht sein. Denn ist man schlechter Stimmung, dann setzt man sich kritischer mit Informationen auseinander. Kommt man dann zu einem Urteil, so ist dies deutlich beständiger als ein Urteil, das man in positiver Stimmung gefällt hat.

Sprechen Sie in Ihrem eMail also ein Thema an, das emotional besetzt ist, dann kann das von Vorteil sein. Schreiben Sie zum Beispiel über etwas, von dem Sie wissen, dass es viele Nutzer aufregt. Etwa darüber, dass beim Abspeichern von Dokumenten die Änderungen eines Kollegen verloren gehen können – die Meisten kennen so ein Problem aus dem Büroalltag und werden mit Ärger an das letzte Mal zurückdenken, als sie die Arbeit mehrerer Stunden nochmal machen mussten. Es reicht aber vermutlich nicht, das nur zu erwähnen. Sie sollten hier schon eine kleine Geschichte erzählen, damit sich der Leser wieder hineinversetzt in diese Situation.

Können Sie nun eine Lösung für dieses Problem anbieten, und überzeugen Sie den Leser damit, dann haben Sie viel gewonnen.

Die andere Strategie ist natürlich, durch positive Reize positive Emotionen auszulösen und so eine gute Stimmung aufzubauen. Argumente werden in dieser Stimmung weniger kritisch hinterfragt, allerdings ändert sich die so gewonnen Meinung leichter wieder.

Wenn Sie etwas mehr zu Stimmungen und Emotionen erfahren wollen, empfehle ich Ihnen diesen Beitrag im Usabilityblog: Stimmung und Emotion: Wo liegen die Unterschiede und wie lassen sie sich beeinflussen?
Und zur praktischen Umsetzung können Sie noch einen Blick auf den vorigen Post bei uns im Blog werfen: Emotionale Ansprache für erfolgreichere eMails




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